Mit Meminto beim PreLab in Karlsruhe

Mit Meminto beim PreLab in Karlsruhe

Vor vier Wochen klingelte mein Telefon: Christian Kurrle vom IT-Accelerator Cyberlab hatte über startupBW von Meminto gehört und mich eingeladen, beim PreLab in Karlsruhe teilzunehmen. Die EU-geförderte Maßnahme zum Aufbau und zur Stärkung von Startups hat schon einige bekannte Namen wie PACE (die machen dein Auto smart) hervorgebracht. Klar, dass ich Meminto zuliebe zusagte und gerne dabei war.

Zunächst konnte ich mir unter dem PreLab noch nicht viel vorstellen. Am ersten Tag wurde dann aber deutlich, wie hilfreich dieses Programm für Startups ist: Anhand des bewährten Progamms von strategyzer stellten wir uns Fragen zum Sinn & Zweck der Ideen. Und es waren einige gute Ideen dabei, z.B. ein Business-Sprachassistent, der Aufgaben im Betrieb übernehmen und vereinfachen kann und viele weitere. 

Der Kampf um die richtige Ausrichtung und Zielgruppe

Was mir während des gesamten Prozesses schwer gefallen war, ist die endgültige Ausrichtung von Meminto auf eine bestimmte Zielgruppe. Das war schon immer ein Problem, denn: Meminto soll dabei helfen, den digitalen Nachlass besser zu verwalten. Aber für wen? Nicht für den Nutzer, denn der ist im Endeffekt ja gestorben – sondern für seine Angehörigen.

In Gesprächen mit vielen Mentoren wurde immer deutlicher, dass die Bereitschaft oder der “Schmerz”, wie wir es nannten, zu gering ist, als dass viele Leute bereit wären, jährlich bis zum “bitteren Ende” Geld zu bezahlen (oder eine große Summe am Anfang). Lediglich Mentoren über 60, bei denen der Friedhofsbesuch sich immer häufiger wiederholt, weil Freunde und Verwandte sterben, denken expliziter über das Thema nach – aber schieben des dennoch vor sich her. Das wäre aber eine mögliche Zielgruppe.

Was die Ausrichtung betrifft, wurde ich immer wieder damit konfrontiert, dass der Datenschutz eine schwere Bürde werden würde. Zudem ein sehr attraktives Ziel für Hacker. Auch das war mir vorher bewusst – aus diesem Grund hatte ich den Ansatz der Blockchain verfolgt, um die Plattform wirklich sicher zu machen.

Im Hinterkopf hatte ich aber immer noch das gescheiterte ICO von legacy.network, die mit einer sehr ähnlichen Idee versucht hatten, Geld einzusammeln und (auch aus vielen anderen Gründen) bisher auch keinen Erfolg damit hatten.

"Wohin soll es gehen?" Hier wird sich der Kopf zerbrochen. (copyright: Cyberlab Karlsruhe)

Die neue Ausrichtung von Meminto: Meminto Stories

Klar wurde also: Die Idee ist zwar gut, aber womöglich noch zu früh bzw. nicht konkret ausgerichtet. Der Schmerz ist nicht richtig vorhanden und Zielgruppen können wenn, dann indirekt angesprochen werden (Die Ehefrau müsste ansgeprochen werden, da sie die Leidtragende wäre, wenn ihr Mann plötzlich verstirbt und offene Fragen, Konten, keine Passwörter und Probleme hinterlässt).

Meminto versucht im Moment einfach, zu viele Probleme auf einmal zu lösen: Finanzieller Nachlass, Emotionaler Nachlass, Automatisierter Lebens-Check, Prozesse, die gestartet, und Verträge, die beendet werden müssen, Sicherheit für Endkunden und Vermarktung über B2B- und B2C.Kanäle. Eine Mammut-Aufgabe. 

Ich stellte mir also die Frage: Wo will ich wirklich als erstes starten? Und die Antwort lautete: Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann nicht mit rechtlich-relevanten Themen, sondern eher mit emotionalen Inhalten. Also mit der Lebensgeschichte von Menschen und den Erinnerungen, die sie hinterlassen wollen. So gesagt mit den Meminto “Stories”.

Beim Pitch von Meminto vor der Jury in Karlsruhe ((c) Cyberlab)

Wenn Meminto ein 100-Teile Puzzle wäre...

…dann ist Meminto Stories die linke obere Ecke davon. Es gehört immer noch zum großen Bild – aber irgendwo muss man schließlich beginnen.

Was sich genau dahinter versteckt und was wir vorhaben, kann ich an dieser Stelle noch nicht verraten, aber wir haben es geschafft, einen sofortigen Nutzen für den Kunden zu erzeugen, einen direkten Schmerz zu lösen und eine ganz genaue Zielgruppe anzusprechen. Von den Mentoren und dem Cyberlab Team wurde die neue Idee, die wir dank innovativer Technik, gelobt und für gut befunden. Und schließlich gibt es das Produkt eigentlich auch schon, es funktioniert, und Menschen lieben es (Top-Rezensionen auf Amazon), aber es hat in der jetzigen Form noch viele Nachteile, die wir verbessern können. 

Fazit

Das PreLab hat sich für mich auf jeden Fall sehr gelohnt. Seit mehreren Jahren werkelte ich mit Meminto vor mich hin und habe immer neue Wege zur Vermarktung gesucht. Ich denke, dass ich diesen nun gefunden habe und mich wieder an die Arbeit mache, um den nächsten Prototypen herzustellen. 

Die Reise geht weiter!

Albert Brückmann

CEO der Meminto GmbH, Freiberuflicher Web-Consultant und Online-Marketer für zählpixel.com Ich bin 100% Geek und digital Native, Ehemann und Vater von drei Jungs im einstelligen Alter. Wenn ich nicht gerade an Projekten arbeite, bin ich als Sprecher auf Konferenzen und Seminaren unterwegs. Als Dozent an der DHBW Mosbach sowie als leidenschaftlicher Mitarbeiter einer Jugendgruppe umgebe ich mich gern mit jungen Leuten. Mein Motto? "Work hard, stay humble." LinkedIn | Twitter | Facebook

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